Bodenfeuchtemessungen für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Baubranche

Bodenfeuchtemessungen für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Baubranche

Bodenfeuchtemessungen für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Baubranche

Bodenfeuchte

Die Bodenfeuchte ist ein Indiz für die Verdichtungsempfindlichkeit und Tragfähigkeit des Bodens (siehe auch Bodenfeuchte Kanton Luzern). Durch kontinuierliche Messungen der Bodenfeuchte kann der physikalische Schutz des Bodens gewährleistet werden. Dies ist bei Arbeiten mit schweren Maschinen, wie z. B. in der Land- oder Forstwirtschaft oder bei Hoch- und Tiefbauarbeiten, von grosser Bedeutung. Nasse und sehr feuchte Böden sind verdichtungsempfindlich und können erheblich geschädigt werden, wenn sie mit schweren Maschinen befahren werden. Die Schäden lassen sich meist nicht mehr rückgängig machen und beeinträchtigen die Bodenfruchtbarkeit, was vor allem in der Landwirtschaft negative Langzeitfolgen verursachen kann.

Schweizweite Informationen

Aus diesen Gründen ist es für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft sowie die Baubranche von grosser Wichtigkeit, Zugriff auf aktuelle und flächendeckende Bodenfeuchtemessungen zu haben. Die Schweiz verfügt über ein Bodenmessnetz (www.bodenmessnetz.ch), bei dem an diversen Messstandorten die Bodenfeuchte kontinuierlich gemessen wird. Da Böden auf kurze Distanzen aber sehr variabel sind, reichen die Messstandorte nicht aus, um flächendeckende Informationen zur Bodenfeuchte zu erhalten. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) modelliert daher die Bodenfeuchte für das Monitoring von Trockenheit für 38 Regionen der Schweiz (siehe Nationale Trockenheitsplattform). Auf der Forschungsplattform zu Trockenheit der WSL können zudem modellierte Bodenfeuchteprognosen für deutlich kleinere Einzugsgebiete für die kommenden vier Wochen angeschaut werden.

Umsetzung im Kanton Nidwalden

Da Modelle mit grossen Unsicherheiten behaftet sein können, hat die inNET im Auftrag des Amts für Umwelt und Energie des Kantons Nidwalden eine lokale Lösung mit Messungen geschaffen. Auf einem für die umliegenden Gebiete repräsentativen Boden in Stans wird die Bodenfeuchte, die Bodentemperatur, die relative Luftfeuchtigkeit sowie der Niederschlag gemessen. Anhand der Saugspannung (Parameter zur Bestimmung der Bodenfeuchte) wird der Zustand des Bodens in vier Kategorien eingeteilt: trocken, feucht, sehr feucht, nass. Seit Juni 2025 sind die Daten auf der Webseite https://www.bodenfeuchte-nidwalden.ch/ für die Öffentlichkeit verfügbar. Ein Ampelsystem zeigt die aktuelle Bodenfeuchte an, separiert nach Ober- und Unterboden. Darunter werden die Grafiken der Messwerte über die letzte Woche dargestellt. Mit dieser Lösung liefern der Kanton Nidwalden und die inNET eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Stakeholder der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Baubranche und tragen damit zum Schutz der Schweizer Böden bei.