Hagel
Hagel verursacht regelmässig grosse Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen sowie in der Landwirtschaft und gehört damit zu den teuersten Naturgefahren in der Schweiz (Beitrag der Mobiliar, 2026). Gleichzeitig ist Hagel aufgrund seines lokalen und kurzlebigen Auftretens besonders schwierig zu messen (Blogbeitrag des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, 2026). Umso wichtiger sind verlässliche Bodendaten wie jene aus dem Schweizer Hagelmessnetz.
Das Schweizer Hagelmessnetz
Seit 2018 betreibt die inNET im Auftrag der Mobiliar das weltweit erste vollautomatische Hagelmessnetz. In der ersten Projektphase (bis 2025) wurden 80 automatische Hagelsensoren in den Hagel-Hotspots Tessin, Jura und Napfgebiet installiert und betrieben. Seit dem Aufbau des Messnetzes konnten bereits über 14’600 Einschläge von Hagelkörnern erfasst und ausgewertet werden. Die Sensoren messen dabei die Korngrösse, die Aufprallenergie und den genauen Zeitpunkt jedes einzelnen Einschlags.



Die Hagelmesssonden an den Standorten Ebikon (links), Lugano (Mitte) und Lopagno (rechts).
Die gewonnenen Messdaten leisten einen wichtigen Beitrag zur Hagelforschung in der Schweiz. Sie werden vom Mobiliar Lab für Naturrisiken der Universität Bern, der MeteoSchweiz sowie weiteren wissenschaftlichen Partnern ausgewertet. Gemeinsam mit Wetterradardaten von MeteoSchweiz und Hagelmeldungen der Bevölkerung via MeteoSchweiz-App entsteht eine Datengrundlage, die in dieser Kombination weltweit einzigartig ist. Sie hilft dabei, Hagelereignisse am Boden besser zu verstehen, radarbasierte Hageldaten zu validieren und Prognosen sowie Warnungen weiter zu verbessern (Beitrag Mobiliar Lab für Naturrisiken, 2026).
Verlängerung bis 2029
Aufgrund des grossen Projekterfolgs wurde der Vertrag mit der Mobiliar im Jahr 2025 bis ins Jahr 2029 verlängert. Seit 2026 fokussiert das Hagelmessnetz gezielt auf die beiden Regionen mit der höchsten Hagelwahrscheinlichkeit: das Tessin und das Napfgebiet. Die inNET ist weiterhin für den Gesamtbetrieb des Messnetzes verantwortlich – von der Installation über Wartung und Störungsbehebung bis hin zum Datenmanagement. Dabei erbringen wir Data-as-a-Service und stellen sicher, dass die Daten zuverlässig, zeitnah und in hoher Qualität zur Verfügung stehen. Die Abwicklung des Datenmanagements erfolgt neu über die hauseigene Plattform enviroNET. Dadurch können Prozesse vereinheitlicht, Synergien genutzt und der Betrieb des Messnetzes noch effizienter gestaltet werden.


Installation eines Hagelsensors durch die inNET Messtechnik am Messtandort Flühli der MeteoSchweiz.
Wir freuen uns, gemeinsam mit der Mobiliar, dem Mobiliar Lab für Naturrisiken und MeteoSchweiz einen wertvollen Beitrag dazu zu leisten, die Hagelforschung in der Schweiz weiter voranzubringen.